Erst wunderbar gewachsen dann tödlich gefallen
Und es begab sich im elften Jahr am ersten Tag des dritten Monats, da geschah des HERRN Wort zu mir:
2 »Menschenkind, sag zum Pharao, dem König von Ägypten, und zu seinem Volk: `Mit wem ließ sich deine Größe vergleichen?
3 Ja, du warst wie eine Zeder auf dem Libanon, mit starken Ästen, die kühlen Schatten spenden, hoch gewachsen, sodass ihr Wipfel bis in den Himmel reicht.
4 Das Wasser ließ sie groß werden und sie wurde von der unterirdischen Flut in die Höhe getrieben. Diese strömte rings um ihre Wurzeln herum, während sie nur als Rinnsal zu den anderen Bäumen auf dem Feld floss.
5 Darum war die Zeder größer als alle anderen Bäume auf dem Feld. Sie trieb viele Zweige und lange Äste aus, denn sie hatte genügend Wasser, um sich auszubreiten.
6 In ihren Zweigen nisteten Vögel, in ihrem Schatten gebaren wilde Tiere ihre Jungen. Alle großen Völker der Welt lebten in ihrem Schatten.
7 Sie war schön mit ihrem hohen Wuchs und ihren langen Ästen, denn ihre Wurzeln lagen an großen Wasservorräten.
8 Keine andere Zeder im Garten Gottes war mit ihr zu vergleichen. Keine Zypresse besaß ihre Zweige, keine Platane hatte Äste wie sie. Kein Baum im Garten Gottes war so schön.
9 Ich hatte sie mit ihren vielen Zweigen so herrlich gemacht, dass alle anderen Bäume von Eden, dem Garten Gottes, neidisch auf sie waren.
Ein paar Verse weiter lese ich:
18 Wem bist du gleich, Pharao, mit deiner Pracht und Herrlichkeit unter den Bäumen von Eden? Und du musst mit den Bäumen von Eden unter die Erde hinabfahren und unter den Unbeschnittenen liegen, die mit dem Schwert erschlagen sind. So soll es dem Pharao gehen und seinem stolzen Volk, spricht Gott der HERR.
Was war passiert? Die Erklärung steht in Vers 10 von Kapitel 31 im Buch Hesekiel:
10 Darum – so spricht Gott der HERR: Weil er so hoch geworden war, dass sein Wipfel bis in die Wolken ragte, und weil sein Herz sich erhob, da er so hoch geworden war,
11 darum gab ich ihn dem Mächtigsten unter den Völkern in die Hände, dass der mit ihm umginge, wie er verdient hat mit seinem gottlosen Tun, und ihn vertriebe.
Gott schenkt wunderbares Wachstum von Menschen. Er sorgt für das Wasser, die Sonne, die Nährstoffe damit Leiter wachsen können. Die größte Gefahr dabei: Dass sich das eigene Herz erhebt! Dass man sich zwar am Wachstum, an den Begabungen und Talenten und Erfolgen freut, aber dass man vergisst, dass man ohne die Wasserzufuhr und Wind und Sonne zur richtigen Zeit nichts wäre. Wind und Wasser und Sonne sind lebensnotwendig für jeden Baum – aber er kann es nicht aus sich selbst heraus produzieren. So ist es auch bei Leitern. Wirklich große Leiter wissen, dass sie ohne Gott nichts sind und sie leben auch danach.