Fredmund Malik ist froh über die Krise
Mittwoch, den 25. Februar 2009Fredmund Malik, einer der führenden Management-Vordenker in Europa, ist froh über die Krise, weil sie die große Chance ist, grundlegende Veränderungen herbeizuführen. Malik in Lufthansa Exclusive: “Solange das System dem äußeren Anschein nach … erfolgreich ausgesehen hat, war es äußerst schwierig, sich dem Druck der Finanzmärkte zu widersetzen. So gesehen kann man froh sein, dass diese Krise jetzt gekommen ist.”
Malik sieht sowohl in der Politik als auch in der Wirtschaft enorme Ressourcen von Intelligenz und Kreativität, die man nur richtig kanalisieren muss, um das System grundlegend zu verändern.
Ein Kernproblem sieht Malik im “Shareholder value” Ansatz, der sich seit 1986 als Leitbild verbreitet hat und zu einer Fehlsteuerung des wirtschaftlichen Handelns geführt hat. Vorrangiges Managementziel beim “Shareholder value” Ansatz ist die Steigerung des Wertes der Unternehmensanteile (Aktien). Damit stehen hier die an kurzfristigem Gewinn orientierten Aktionärsinteressen im Vordergrund.
Alternativ könnte man z.B. die an langfristigem Wachstum orientierten Mitarbeiterinteressen ins Zentrum der Unternehmenspolitik stellen (“Servant Leadership”). Das Ziel dabei: Wachstum des Mitarbeiters und des Unternehmens, nach innen und nach außen. Der Weg: ein kontinuierlicher Prozess von Förderung und Herausforderung, basierend auf gegenseitigem Vertrauen.
Wie das konkret ausshen kann? Einige Beispiele davon gibt es schon, doch es braucht ein gutes Maß an Überzeugung, Kreativität und vor allem Mut zu neuen Wegen um hier weiterzukommen.
Hier können insbesondere christlich geführte Unternehmen zu Vorreitern werden, da sie Jesus Christus, den “servant leader” schlechthin, zum Vorbild haben. Damit wird die Krise dann zur Chance - besonders für Christen:-)
“Nicht die Blumen und Bäume, nur der Garten ist dein Eigentum”, sagt ein chinesisches Sprichwort.